Argumentarium von Jardin Suisse zur Trinkwasser- und Pestizidverbots-Initiative

29. April 2021 | Allgemein, Gartenbau, Gartenpflege

Was will die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»?

Die Initiative will synthetische Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen / gärtnerischen Produktion, der Verarbeitung landwirtschaftlicher/gärtnerischer Erzeugnisse und der Boden- und Landschaftspflege verbieten. Verboten werden soll auch die Einfuhr von Lebensmitteln zu gewerblichen Zwecken, die synthetische Pflanzenschutzmittel enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind.

Was will die Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung»?

Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz». Die Trinkwasser-Initiative fordert, dass Landwirtschaftsbetriebe nur noch Direktzahlungen erhalten, wenn sie (1) pestizidfrei produzieren, (2) ihre Tiere mit hofeigenem Futter – also ohne Futterzukauf – ernähren und (3) die Tiere nicht prophylaktisch mit Antibiotika behandeln. (4) Forschung, Beratung und Ausbildung werden vom Bund nur dann finanziell unterstützt, wenn sie die pflanzenschutzmittelfreie Landwirtschaft vorantreiben.

Die Konsequenzen der extremen Agrar-Initiativen sind: weniger Regionales und Innovationsverbot.

Weniger Schweizer Produkte

Für importierte Pflanzen gilt das Pestizidverbot jedoch nicht. Gartenbauer und Endkonsumenten könnten somit weiterhin Zierpflanzen/Baumschulpflanzen im Ausland einkaufen, wo das Pestizidverbot nicht gilt. Ohne Pflanzenschutz sinkt das regionale Angebot massiv. Schweizer Zierpflanzen und Baumschulpflanzen werden durch Importe oder Einkaufstourismus ersetzt. Da die Produkte keine Lebensmittel sind, dürfen im Ausland mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelte Pflanzen importiert werden. Die Abhängigkeit vom Ausland steigt. Das gefährdet die Existenz vieler einheimischer Produktionsbetriebe.

Das Pestizidverbot in der Inlandproduktion senkt die Angebotsvielfalt und erhöht die Preise. Gartenbauer und Konsumenten würden somit Zierpflanzen vermehrt im Ausland einkaufen, wo das Pestizidverbot nicht gilt. Dies wäre eine fragwürdige Wettbewerbsverzerrung, die zeigt, dass die Initiative «pestizidfreie Schweiz» nicht nur schadet, sondern letztlich auch ihr Ziel verfehlt.

Innovationsverbote und Einschränkung der Forschung

Die Initiativen schränken die Forschung ein. Verbote behindern Innovation im
Pflanzenschutz. Die Schweiz als Forschungs- und Innovationsstandort wird geschwächt.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bereits massiv reduziert

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für die konventionelle Produktion konnte in den letzten zehn Jahren in der Schweiz um rund 40 Prozent reduziert werden. Der Rückgang bei Herbiziden beträgt gar 45 Prozent.
Quelle: Verkaufsmengen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe

Um Ressourceneffizient zu produzieren, wie in der landwirtschaftlichen Produktion, sind auch die Pflanzenproduzenten darauf angewiesen, ihre Kulturen zu schützen, um für die Konsumenten Pflanzen in der gewünschten Qualität aufzuziehen. 

Getreidefeld mit Mohnblumen

Bundesrat und Nationalrat lehnen beide Initiativen ohne Gegenvorschlag klar ab. Ein vollständiger Verzicht auf alle Pflanzenschutzmittel (Trinkwasserinitiative) oder alle synthetischen Pflanzenschutzmittel (pestizidfreie Schweiz) ist heute gemäss Bundesrat weder in der integrierten noch in der biologischen Produktion möglich.

Gegen die beiden Initiativen wehren sich die Landwirtschaft, die Wirtschaft, die Forscher, die Produktions- und Verkaufs-Gärtner und Landschaftspfleger sowie Konsumentinnen und Konsumenten.

Anreizsysteme statt Verbote

Auch Jardin Suisse befürwortet gezielte Massnahmen zur Förderung eines nachhaltig produzierenden und auf den Markt ausgerichteten Schweizer Gartenbaus.
Dabei sollten Anreizsysteme im Fokus stehen, nicht Totalverbote.
Jardin Suisse, April 2021

Unser Fazit:

Wie so oft bei Volksinitiativen haben die Initianten einen guten Grundgedanken, um nötige Veränderungen anzugehen. Jedoch schiessen diese Initiativen weit über das Ziel hinaus.

  • Keine Verbesserung des Trinkwassers
  • Durch die nötigen, stark erhöhten Importe von Pflanzen und Lebensmitteln würden viel mehr Giftstoffe importiert, die in der Schweiz längst verboten sind. Was übrigens schon heute der Fall ist. Auf die Produktionsmethoden im Ausland, haben wir kaum Einfluss. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland ist keine nachhaltige Lösung und macht uns stark abhängig vom Ausland.

Vielen Dank, dass Sie sich nochmals Gedanken machen, ob es nicht sinnvoller ist, zweckmässige Anreize zu schaffen, statt auf so vieles zu verzichten und trotzdem tiefer in die Tasche zu greifen.

 

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